Sonntag

Der Begriff Sonntag

Die Bezeichnung "Sonntag" entspricht dem römischen "dies solis"; sie hat Eingang in alle germanischen Sprachen gefunden: ahd. sunnentâc, altn. sunnudagr, engl. sunday, ndl. Zondag, schwed. Söndag, dän. Sondag. Varianten sind: Frontag, Sumptag (Schwaben), Sunnentag, suntag, Zonnendach, Zundach. Die romanischen Bezeichnungen dagegen gehen auf den christlichen Namen "dies dominicus" oder "dominica" zurück: franz. dimanche, it. domenica, span./port. domingo. So gut wie nie wird der Sonntag feria prima genannt. Die einzelnen Sonntage werden heute mit deutschen Namen bezeichnet (z. B. 4. Sonntag nach Ostern). In der Zeit vor dem II. Vatikanischen Konzil benannte man die Sonntage nach den Anfangsworten des Eingangsgebetes des jeweiligen Sonntags (z.B. Estomihi oder Laetare). Daneben haben die einzelnen Regionen eigene volkstümliche Namen ausgebildet: Der Fastnachts- oder Karnevalssonntag ist der 50. Tag vor Ostern und heißt deshalb Quinquagesimae oder Estomihi, feister Sonntag, Herren- oder Hutzelsonntag. Der erste Fastensonntag heißt Quadragesimae oder Invocabit, auch große oder letzte Fastnacht, Allemannenfasching, Nachfasching, Fremdensonntag, Hutzelsonntag, Brot- oder Käsesonntag, Funkensonntag, Scheibensonntag, Holepfannensonntag. Der vierte Fastensonntag wird Laetare genannt, Tod- oder Totensonntag, Mittfasten, Rosen-sonntag, Mai(en)sonntag, Sommersonntag, Speissonntag, fröhlicher Sonntag, Liebbe-stättsonntag. Der fünfte Fastensonntag heißt Judica oder schwarzer Sonntag, namenloser Sonntag, auch weißer, lahmer oder loser Sonntag. Der letzte Sonntag vor Ostern heißt Palmsonntag, der erste Sonntag nach Ostern Quasimodogeniti, dominica alba oder eigentlicher Weißer Sonntag, fetter Sonntag oder Freudensonntag (weil wieder getanzt werden durfte!). Der zweite Sonntag nach Ostern nennt sich Misericordia Domini oder Bocksonntag, weil die "Sündenböcke", die ihre Pflichtbeichte in der österlichen Zeit nicht absolviert hatten, die Beichte nachholen mussten. Der erste Sonntag nach Pfingsten heißt Trinitatis oder Dreifaltigkeitssonntag, auch goldener oder großer Sonntag. Die drei Sonntage nach Michaelis nennt man goldene Sonntage, den ersten auch Wochensonntag. Ein Wochentag, der auf den 30. September fällt, wird als schwarzer Sonntag bezeichnet, weil der 30. September als Unglückstag gilt. Wenn Neujahr oder Neumond auf einen Sonntag fallen, heißt er Neusonntag. Der Freitag wird auch als Jägersonntag bezeichnet. "Schustersonntag" steht für niemals. Als Familienname ist der Sonntag relativ häufig.

Die Geschichte des Sonntages

Hatten die ersten Versammlungen der Christen noch am Sabbat stattgefunden, verlegte man den Gottesdienst bald auf den Folgetag, den Sonntag, um sich gegenüber den Juden zu profilieren. An einem Tag nach dem Sabbat soll auch die Auferstehung stattgefunden haben, weshalb der Sonntag als Tag des Messias galt, als Siegestag, Tag des Anfangs der neuen Welt, Geburtstag des Christentums. Schon die Apostelgeschichte berichtet, dass sich die Gemeinde am Sonntag zum Herrenmahl versammelte (Apg 20, 7). Die Bezeichnung "Tag des Herrn" für den Sonntag ist schon um 100 in der Apokalypse (1, 10) belegt. Der erste Tag der Woche, der Tag nach dem Sabbat, traf in der griechischen Welt, wo die siebentägige Planetenwoche galt, auf den dies solis. Da in der Kirche Christus in Anlehnung an Malachias 4, 2 als Sonne der Gerechtigkeit bezeichnet wurde, übertrug sich der Glanz des heidnischen Sonntags allmählich auf den christlichen Sonntag. Bereits 321 wurde der Sonntag staatlicher Feiertag. In Form von Geboten und Verboten haben sich aber auch jüdische Sabbatvorstellungen auf den Sonntag übertragen. Zumindest der spätere Samstagnachmittag galt immer als eine Art von Vorfeier auf Sonntag. Seit dem II. Vatikanischen Konzil kann - entsprechend dieser alten Vorstellung - schon Samstagabend ein Sonntagsgottesdienst - oft "Sonntagvorabendmesse" genannt -. gefeiert werden. Dem Volksglauben nach dauerte der Sonntag bis zum Sonnenaufgang am Montag. Nach den abergläubischen Vorstellungen früherer Zeiten, die auf ihre Weise den Gedanken der Sonntagsheiligung stützten, durften die armen Seelen schon Samstag das Fegefeuer verlassen und mußten erst zum Sonnenaufgang am Montag zurückkehren.

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