Weihnachten

Das Fest der Geburt Christi am 25. Dezember – Hochfest (H)

"Ze wihen nahten", in der heiligen Nacht, wenn "das Licht in die Finsternis leuchtet" (Joh 1,5), wird "Weihnacht" (Singular!) gefeiert, das Christfest oder genauer: das Fest der Geburt Christi.

In dem Maße, wie sich die Erkenntnis von der zweifachen Wesenheit Christi - wahrer Gott und wahrer Mensch - entwickelte, wurde die Menschwerdung Christi auch liturgisch gefeiert. Gab es ursprünglich parallel zum Fest der Auferstehung an Ostern nur das Fest der Erscheinung des (göttlichen) Herrn am 6. Januar, kam seit dem 2. Jahrhundert das Fest der Geburt Christi auf. Papst Liberius legte 354 die Feier des Weihnachtsfestes auf den 25. Dezember fest. Die Dauer des Weihnachtsfestes wurde von der Mainzer Synode 813 für Deutschland auf vier Tage bestimmt.

Unser heutiges Weihnachtsfest entwickelte sich in mehreren Schritten. Im 3. bis 5. Jahrhundert wurde Weihnachten zu einem Fest. Im 5. und 6. Jahrhundert wird Weihnachten zum dritten Hochfest der Christen. Im 6. bis 9. Jahrhundert bildet sich der weihnachtliche Festkreis aus. Vom 9. bis 16. Jahrhundert falteten sich viele Festformen aus, die noch für uns heute Weihnachten ausmachen: Weihnachtslieder, Krippenverehrung, Schmücken, Friede usw.. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert verändert sich Weihnachten: Weihnachten wird zunehmend romantisch, in evangelischen Kreisen zum Kinderbeschenktag, der Christbaum und die Krippe halten Einzug in die Privathäuser. In Fortsetzung dieser Tradition wird Weihnachten im 18. bis 20. Jahrhundert zu einem Familienfest. Spätestens im 20. Jahrhundert steht Weihnachten in der Gefahr, zu einem folkloristischen Konsumfest zu verkommen. Der Weihnachtsfestkreis gliedert sich in Advent und Weihnachten. Zu ihnen rechnen:

 

ADVENT

1. Adventsonntag
2. Adventsonntag
3. Adventsonntag
4. Adventsonntag

 

WEIHNACHTEN

25.12. Hochfest der Geburt des Herrn - Weihnachten
26.12. Zweiter Weihnachtstag
Sonntag in der Weihnachtsoktav: Fest der Heiligen Familie
1.1. Hochfest der Gottesmutter Maria
6.1. Erscheinung des Herrn, Hochfest
Sonntag nach "Erscheinung des Herrn" (06.01.): Fest "Taufe des Herrn", Ende des Weihnachtsfestkreises

Die historische Entfaltung von Weihnachten dokumentiert die nachfolgende Chronologie:

Chronologie

274

25.12. In Rom wird das heidnische Fest "Natalis Solis invicti" eingeführt

ca. 300

In Ägypten wird Weihnachtsgottesdienst gefeiert; aus Faijum ist ein Liedblatt erhalten, das einen weihnachtlichen Wechselgesang von Chor und Gemeinde belegt

336

25.12. Weihnachtsfest wird in Rom gefeiert; Quelle: röm. Kalender (Filocalus)

354

25.12. Weihnachtsfest wird in Rom gefeiert; Quelle: röm. Kalender (Chronograph)

354

25.12. Erste (belegbare) Weihnachtspredigt in Rom durch Papst Liberius in S. Liberiana (dort wird eine - unechte - Reliquie der Krippe von Betlehem aufbewahrt)

ca. 360

In Nordafrika wird Weihnachten gefeiert

379

25.12. Gregor von Nyssa führt in Ostrom den 25.12. als Festtermin ein; für den alten Festtermin 6.1. verbleiben: Adoration der Magier, Taufe Jesu, erstes Wunder in Kana

380

25.12. In Spanien wird Weihnachten gefeiert

381

Konzil von Konstantinopel: Weihnachten wird am 25.12. gefeiert

Ende 4. Jh.

In Oberitalien wird am 25.12. Weihnachten gefeiert

431

Konzil von Ephesus: Maria ist Gottesgebärerin

432

Am 25.12. erfolgt erste Weihnachtspredigt in Alexandria durch Paul von Emesa; Formen des Helios-Kultes werden adaptiert

498

Am 25.12. wird Chlodwig getauft

800

Am 25.12. wird Karl der Große von Papst Leo III. im Petersdom in Rom zum Kaiser gekrönt

813

Mainzer Synode: Weihnachtsfest wird eingeführt

Lesejahr

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