Kirchliches Festjahr

Epiphanie / Dreikönigsfest

Erscheinung des Herrn Fest zur Göttlichkeit Jesu Christi. 6. Januar – Hochfest (H)

Griech. Epiphania bezeichnet "Erscheinung, Offenbarwerden" und wurde auf den römischen Kaiser angewandt: Ankunft oder Auftreten des Herrschers, Staatsbesuch. Epiphanie oder Erscheinung des Herrn heißt seit alters das zweite Weihnachtsfest am 6. Januar. Während der 25. Dezember die Menschwerdung oder Inkarnation feiert, wird am 6. Januar die Göttlichkeit Jesu Christi vorgestellt.

Aus diesem Grund scheint auch das Gedächtnis der Heiligen Dreikönige, die wenigstens in Deutschland den eigentlichen Festtagssinn überdecken, auf diesen Tag gelegt worden zu sein: Gelehrte Heiden, die als erste vor Jesus mit Geschenken niederknien, die einem König oder Messias gebühren, beleuchten die Göttlichkeit des Neugeborenen.

Da die römischen Kaiser sich als Götter verehren ließen, wurde parallel zu Epiphanie die Bezeichnung Theophanie eingeführt, um die Erscheinung des Gottes hervorzuheben. Kleine Weihnacht oder Groß-Neujahr bezeichnen ebenfalls diesen Tag.

Ein Dreikönigsfest kennt der liturgische Generalkalender nicht, außer in Köln, von wo sich dieser Brauch seit dem 13. Jahrhundert durchgesetzt hat. Nachdem 1164 (Translationfest 23. Juli) die Gebeine der heiligen Dreikönige von Mailand nach Köln gelangt waren, bildete Köln das Zentrum der Dreikönigsverehrung. Wallfahrten und Prozessionen, Patrozinien, Patronate, Bruderschaften bildeten sich.

Als Feiertag ist der Dreikönigstag heute fast überall abgeschafft. Gesetzlicher Feiertag ist der Dreikönigstag noch in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, in Österreich und in Teilen der Schweiz. Auch dort, wo der Dreikönigstag nicht mehr gesetzlicher Feiertag ist, wirkt das alte Fest aber noch insofern nach, als die weihnachtlichen Schulferien erst nach dem 6. Januar beendet sind, die Schule also meist mit dem 7. Januar beginnt.

© Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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